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Warum Olivenöl nicht billig sein kann:
Einerseits wissen Liebhaber und ausgewiesene Kenner zu unterscheiden zwischen wirklich Gutem und rein Kommerziellem. Andererseits sind vernünftige Preise genauso wenig selbstverständlich wie reines Olivenöl, das zeigten die großen Olivenölskandale in jüngster Vergangenheit. Es muss jeden Verbraucher nachdenklich stimmen, wenn er hört, dass 2,5 Millionen Tonnen "nativ erzeugtes" Olivenöl weltweit verzehrt werden, wo doch nur 2 Millionen Tonnen produziert werden! Olivenöl der Extraklasse gibt es einfach nicht zum Schnäppchenpreis, auch wenn die Stiftung Warentest uns das immer wieder gern suggeriert. Die Namen der wohlwollenden Tester wurden nicht veröffentlicht, doch die gut bewerteten Öle laufen wie geschmiert. Es tut uns leid, wir halten diese Bewertungen für einen Mangel an Kompetenz, denn wir haben noch nie ein gutes Olivenöl probiert, das von Aldi oder Lidl verkauft wird. Doch wir raten jedem, es dort zu kaufen, solange er mit dieser Qualität zufrieden ist. Unserer Ansicht nach ist es eine Illusion, dass Discounter gute Öle verkaufen. Eine gute Qualität hat ihren Preis, und von dieser Qualität kann es auch nur eine begrenzte Quantität geben. Wenn jemand von Ihnen schon mal durch einen Olivenhain gegangen ist, dann weiß er das. Hochwertiges Olivenöl ist ein teures Erzeugnis, das liegt an den Produktionskosten, die ungleich höher sind als die anderer Öle: sie betragen ungefähr 15 €/l (ohne Amortisierung, Vermarktung und Steuern!). Fast die Hälfte dieses Betrages muss allein an Erntelohn gezahlt werden, hinzukommen noch die vielen Stunden der Hege des Olivenhains. Aus diesem Grund kann der Verkaufspreis für handgepflücktes Olivenöl in deutschen Verkaufsmärkten nicht unter 25 €/l liegen, es sei denn, der Erzeuger verkauft unterhalb seiner Produktionskosten. Nur Produzenten maschinell gepflegter Olivenhaine, die größtenteils mit verschwenderischem Einsatz von Chemie arbeiten, können ein günstigeres Öl anbieten. Verantwortungsvolle Olivenölerzeuger hingegen arbeiten grundsätzlich biologisch. Das wissen viele unserer Kunden; Zweifler laden wir gern ein, sich vom Gegenteil zu überzeugen. Doch letztendlich muss der Käufer selbst entscheiden, ob Öle zweifelhafter Herkunft die Bezeichnung "nativ extra" verdienen, denn die vermeintlich hochwertige Flüssigkeit ist längst nicht in jeder Flasche enthalten.
Bei den Olivenmühlen kann man allerorts sehen, wie unappetitlich Oliven aussehen und riechen, aus denen Billigöle hergestellt werden, da kaschiert auch kein Blümchen die Bohrlöcher der Olivenfliege ( Bactrocera Oleae ), deren Maden sich im Innern der Oliven tummeln. Das Öl wird von den Mühlen übrigens als "sehr gut" verkauft. |